KölnKongress: Sinnvolle Kombinationen

KölnKongress: Sinnvolle Kombinationen

Die Stadttochter KölnKongress zog für ein überraschend erfolgreiches Jahr 2008 Bilanz. Die Auslastung der zehn Veranstaltungs-Objekte war fast so gut wie im "Superjahr 2007". Zu den Höhepunkten gehörten das Finale der World Cyber Games und die Deutschbrasilianischen Wirtschaftstage.

Von Helga Würfel-Ellmann
Köln An Selbstbewusstsein mangelt es Bernhard Conin gewiss nicht: "Wir sind zu einem guten Teil regionale Wirtschaftsaftsförderung", so der Geschäftsführer der Stadttochter KölnKongress, die mittlerweile zehn Räumlichkeiten vom Tanzbrunnen über das Congress-Centrum bis zum Gürzenich für das Kölner Kongress- und Veranstaltungsgeschäft anbietet. Er und sein 35-köpfiges Team haben auch allen Grund, stolz auf eine gute Jahresbilanz zu sein, lag die effektive Auslastung der "Locations" doch auch im Jahr nach dem "Superjahr 2007", als der Evangelische Kirchentag wahre Besucherströme anzog, weit über den Erwartungen.
Insgesamt besuchten 931 000 Gäste (2007: 1 013 000) die 2 027 (2007: 2.647) Veranstaltungen. Die niedrigeren Zahlen resultieren aus der turnusgemäß geringeren Anzahl der Rahmenveranstaltungen zu Messen. Um die Messe-Veranstaltungen bereinigt, konnte KölnKongress das hohe Niveau mit 868 000 Besuchern (07: 935 000) bei 1 270 Terminen (07: 1 275) halten. Zu den Highlights gehörten das Finale der World CyberGames, der Absolventenkongress (er findet dort in 2009 zum 20. Mal statt) und die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage. Das meistgebuchte Objekt war das Congress-Centrum an der Messe mit 1 106 Kongressen und Tagungen unter anderem aus den Bereichen Wissenschaft, Medizin und Technologie (Anteil an allen Veranstaltungen: 32 Prozent). Auch deshalb hofft Conin, dass die Stadt sein vor zwei Jahren vorgelegtes Konzept für eine Aufstockung der Halle elf, unter anderem durch einen Kongress-Saal für etwa 3 000 Personen, umsetzt. Der Wirtschaftsdezernent hat dafür eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.
Großer Kongress-Saal fehlt Zwar hat KölnKongress mit der Übernahme der auch architektonisch ansprechenden Rheinparkhallen ("Staatenhaus") seit einem Jahr ein hervorragendes Objekt für Hauptversammlungen, Produktpräsentationen, Börsen und Konzerte im Portfolio und kann bereits jetzt 116 Belegungstage für 2009 vorlegen. Doch der Vertrag läuft nur bis Jahresende - die Stadt sucht für den Bau einen Investor. Außerdem fehlen dort die für Kongresse notwendigen Nebenräume.
Dennoch würde Conin den Bau gerne weiter betreiben: "Wir haben sogar schon einige Ideen dafür, wie man das Staatenhaus mit anderen Objekten kombinieren kann". Die erste wird am 18./19. Juli mit dem seit Jahren wachsenden "Amphi-Festival" realisiert, das diesmal neben dem Tanzbrunnen eben auch die Rheinparkhallen belegt. Conin: "Wir erwarten an beiden Tagen jeweils 17000 Besucher." Nicht zuletzt, weil das Flora-Gebäude nach Abschluss der laufenden Karnevalssession wie geplant bis Ende 2010 umgebaut und renoviert werden soll, ist Conin froh, auf genügend andere KölnKongress-Objekte zurückgreifen zu können. Allein in diesem Winter stehen in der Flora 113 jecke Termine mit mehr als 139 000 Besuchern an. Deshalb rechnet KölnKongress auch mit einem umsatzstarken Jahr 2009. "Wir haben eine hohe Zahl an Stammkunden" vor allem im Kongress-Bereich, erwarten aber auch Neukunden", verweist der Geschäftsführer auf internationale und mittlerweile mit starken Partnern wie dem Mitte 2008 gegründeten Cologne Convention Bureau der Stadt verzahnte Marketing-Aktivitäten seines insgesamt 38-köpfigen Teams.
(23.01.2009, Rheinische Post)

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